Diese Podcastfolge ist live auf der CMT Stuttgart entstanden und wurde direkt vor Ort aufgezeichnet. Das Interview wurde von der Camping App Social live gestreamt und anschließend gespeichert – so konnte das Gespräch nicht nur auf der Messe und an den Bildschirmen verfolgt werden, sondern steht nun auch als Podcastfolge zur Verfügung.
Für das Gespräch waren wir zu Gast im Wohnzimmer in Halle 5 der CMT Stuttgart. Das Wohnzimmer ist ein eigener Bereich innerhalb der Messe mit Sitzmöglichkeiten, Bühne und offenem Raum: für Vorträge, Interviews, Live-Podcasts – aber auch für Austausch, Gespräche und Begegnungen mitten im Messetrubel.
Gehostet wurde das Wohnzimmer von Raphaël Vogt von Van und Davon, moderiert hat das Gespräch mit mir Melli von Happy Camping.
Während des Interviews ist Melli auch mit dem Mikrofon durchs Publikum gegangen und hat Fragen, Erfahrungen und Perspektiven direkt mit eingebunden.
Dieser Artikel begleitet die Podcastfolge und fasst die zentralen Inhalte, Gedanken und Impulse aus dem Gespräch zusammen – ergänzt um die Stimmen aus dem Publikum, die das Thema Leben und Arbeiten im Camper mit ihren eigenen Erfahrungen bereichert haben.
Mein Weg zum Arbeiten im Camper
Im Interview ging es zunächst um meinen eigenen Weg: Wie ich zum Leben und Arbeiten im Camper gekommen bin – und dass dieser Schritt kein spontaner Cut war.
Begonnen hat alles mit einer Art „Teilzeit-Vanlife“, während ich noch angestellt gearbeitet habe. Über einen längeren Zeitraum habe ich regelmäßig im Camper gelebt, ohne direkt den Anspruch zu haben, komplett auszusteigen. Das war ca. 2009/2010.
Der Gedanke, dauerhaft unterwegs zu sein, hat sich erst nach und nach entwickelt. Eine Begegnung auf Reisen im Jahr 2016 war schließlich der Auslöser: Zu sehen, dass jemand dieses Leben bereits führt, hat mir gezeigt, dass auch mein damaliger Beruf als Übersetzerin ortsunabhängig möglich ist. Wenige Monate später war ich unterwegs – heute lebe und arbeite ich seit mehreren Jahren im Camper.
Wunschbild vs. Realität beim Arbeiten im Camper
Ein zentrales Thema im Interview auf der CMT Stuttgart war das Spannungsfeld zwischen Vorstellung und Realität.
Ja, Arbeiten im Camper kann bedeuten, an besonderen Orten zu stehen und den Arbeitsplatz frei wählen zu können. Gleichzeitig habe ich offen darüber gesprochen, dass der Alltag unterwegs auch aus vielen organisatorischen Aufgaben besteht.
Stellplatzsuche, Ver- und Entsorgung, Wäsche, Ortswechsel und Planung gehören genauso dazu wie die eigentliche Arbeit. Gerade in Kombination mit einem Arbeitsalltag wird oft unterschätzt, wie viel Zeit diese Dinge in Anspruch nehmen – und dass mobiles Arbeiten nicht automatisch weniger Arbeit bedeutet, sondern andere Abläufe erfordert.
Alltag, Routinen und Flexibilität unterwegs
Auf die Frage nach einem typischen Tag beim Arbeiten im Camper wurde schnell klar: Den gibt es nicht.
Je nachdem, ob ich länger an einem Ort bleibe oder viel unterwegs bin, verändern sich Tagesstruktur, Arbeitszeiten und Fokus.
Was sich jedoch bewährt hat, ist eine gewisse Grundstruktur – nicht als starres System, sondern als Orientierung. Gerade beim Arbeiten im Camper hilft es, Phasen für konzentriertes Arbeiten, Organisation und Erholung bewusst einzuplanen, auch wenn sich die Rahmenbedingungen ständig ändern.
Welche Jobs eignen sich fürs Arbeiten im Camper?
Ein besonders wertvoller Teil des Interviews entstand durch die Einbindung des Publikums.
Melli ist mit dem Mikrofon durchs Wohnzimmer gegangen und hat Besucher:innen gefragt, wie sie selbst arbeiten oder welche Modelle sie bereits umsetzen.
Genannt wurden unter anderem:
- IT-Beratung und Softwareentwicklung
- Digitale Versicherungsberatung
- Virtuelle Assistenz
- Social Media Management und Content Creation
- Podcast-, Medien- und Projektarbeit
Die Beiträge haben gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Einen „typischen“ Job fürs Arbeiten im Camper gibt es nicht. Entscheidend ist, die eigenen Fähigkeiten zu kennen, sie digital oder hybrid nutzbar zu machen und realistisch einzuschätzen, wie viel Flexibilität der jeweilige Job erlaubt.
Typische Fragen rund um den Einstieg
Neben konkreten Jobbeispielen kamen auch die Fragen zur Sprache, die viele beschäftigen, bevor sie den Schritt wagen:
- Wie funktioniert Internet unterwegs zuverlässig?
- Muss ich mich abmelden oder einen festen Wohnsitz behalten?
- Angestellt arbeiten oder selbstständig sein – was passt besser?
- Welche organisatorischen und rechtlichen Basics sollte man klären?
Diese Fragen begegnen mir seit Jahren immer wieder – auf Messen, in der Community und in Gesprächen. Genau daraus ist auch der VANLIFE CAMPUS entstanden: als Ort, an dem Wissen gesammelt, geteilt und gemeinsam umgesetzt wird, und zwar gemeinsam mit Menschen, die bereits unterwegs sind.
Internet unterwegs: Erfahrungen aus der Praxis
Das Thema Internet hat im Interview auf der CMT Stuttgart viel Raum eingenommen – auch durch konkrete Erfahrungsberichte aus dem Publikum.
Besprochen wurden unter anderem:
- feste Router mit Dachantennen
- große Mobilfunktarife für mehrere Länder
- Satelliten-Internet als Backup
- Kombinationen aus Mobilfunk, WLAN und Satellit
Deutlich wurde: Es gibt nicht die eine perfekte Lösung für alle. Das passende Setup hängt stark davon ab, wie und wo gearbeitet wird, wie oft der Standort wechselt und wie stabil die Verbindung sein muss.
Hier gibt’s einen ausführlichen Blogartikel zum Internet unterwegs.
Sicherheit beim Alleinreisen
Zum Abschluss ging es um das Thema Sicherheit, insbesondere beim Alleinreisen im Camper.
Ich habe eine eigene Erfahrung geteilt, bei der nachts jemand versucht hat, in den Camper zu gelangen. Solche Situationen sind selten, aber sie zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit, einfache Vorkehrungen und ein gutes Bauchgefühl sind.
Sicherheit bedeutet dabei nicht, ständig Angst zu haben – sondern bewusst mit der eigenen Umgebung umzugehen und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Im VANLIFE CAMPUS gibt es dazu eine extra Session, die Melli halten wird, da dies eines ihrer Herzensthemen ist.
Fazit: Arbeiten im Camper ist individuell
Das Live-Interview auf der CMT Stuttgart war kein Vortrag mit fertigen Antworten, sondern ein offener Austausch – zwischen Bühne und Publikum, zwischen Erfahrung und konkreten Fragen aus dem Alltag.
Arbeiten im Camper kann sehr unterschiedlich aussehen: angestellt oder selbstständig, mit festen Routinen oder hoher Flexibilität, allein oder in Gemeinschaft. Entscheidend ist nicht das perfekte Setup, sondern der eigene Weg.
Links
VANLIFE CAMPUS: https://vanlife-campus.de
Events: https://camp-work.de/events/
Camping App Social: https://campingappsocial.de/
Happy Camping: https://happycamping.info/
Raphaël Vogt: https://raphaelvogt.com/
Van und davon: https://www.vanunddavon.de/
CMT Stuttgart: https://www.messe-stuttgart.de/cmt/







